Entnahmeplan-Rechner: Wie lange reicht mein Kapital neben der Rente?
Tragen Sie Ihr Kapital, Ihre Rente und Ihre Ausgaben ein. Der Rechner zeigt, bis zu welchem Alter das Geld reicht und wie viel Sie im Monat entnehmen – in heutigem Geld, nach Steuer und Krankenversicherung. Er rechnet vier Fälle nebeneinander: ohne Wertentwicklung, mit Ihrer niedrigen und Ihrer hohen Annahme und mit einem Einbruch gleich zu Beginn.
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Zum Ergebnis ↓So lesen Sie das Ergebnis
Der Rechner gibt keine einzelne Zahl aus, sondern vier Fälle nebeneinander. Die Spanne zwischen ihnen ist die eigentliche Antwort: Sie zeigt, wie stark Ihr Plan davon abhängt, wie sich die Börse entwickelt.
Ohne Wertentwicklung zeigt, wie lange das Geld reicht, wenn es weder wächst noch schrumpft – keine Untergrenze, denn Verluste sind möglich. Niedrige und hohe Annahme sind Ihre eigenen Werte, jedes Jahr gleich. Der Stresstest prüft, was ein Einbruch gleich zu Beginn anrichtet.
- Reicht schon der Fall ohne Wertentwicklung bis zu Ihrem Planungshorizont, hängt Ihr Plan kaum an der Börse.
- Reicht nur Ihre hohe Annahme, trägt der Plan erst, wenn es an der Börse gut läuft.
- Endet der Stresstest viele Jahre vor Ihrer niedrigen Annahme, ist der Anfang die empfindlichste Phase Ihres Plans – dort setzen Reserve und Entnahmehöhe an.
- Alle Beträge stehen in heutigem Geld. So vergleichen Sie sie direkt mit Ihren heutigen Ausgaben.
Rente und Kapital zusammen: Es zählt die Lücke
Aus dem Kapital muss nur kommen, was Rente und sonstige Einkünfte nicht decken. Wer 2.500 € im Monat braucht und 1.700 € Rente netto bekommt, entnimmt 800 € – nicht 2.500 €. Deshalb gehört die Rente in jede Entnahmerechnung.
Teuer wird die Zeit vor der Rente. Wer mit 63 aufhört und die Rente erst mit 67 bekommt, braucht vier Jahre lang die vollen Ausgaben aus dem Kapital: bei 2.500 € im Monat 120.000 €, ohne Wertentwicklung und ohne Inflation gerechnet fast die Hälfte von 250.000 €. Danach muss das Kapital nur noch die Lücke füllen. Das Ergebnis weist diese Brücke deshalb getrennt aus.
Steigt die Rente langsamer als die Preise, wächst die Lücke von Jahr zu Jahr – und mit ihr die Entnahme. Mit der Annahme zur Rentenerhöhung sehen Sie, wie stark das ins Gewicht fällt.
Steuer und Krankenkasse: Was von einer Entnahme abgeht
Steuer fällt nur auf den Ertrag an, nicht auf das Geld, das Sie selbst eingezahlt haben: Wer Anteile zu genau dem Preis verkauft, zu dem er sie gekauft hat, zahlt keine Steuer. Bei einem Depot, das schon lange besteht, steckt ein Teil Gewinn bereits darin – deshalb fragt der Rechner nach dem Anteil noch unversteuerter Gewinne. Je mehr das Depot während der Entnahme wächst, desto größer wird dieser Anteil. Vom Ertrag gehen zuerst die Teilfreistellung bei Aktienfonds und der Sparer-Pauschbetrag ab; auf den Rest kommen Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Bei der Krankenkasse entscheidet Ihr Status. Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge nichts. Freiwillig Versicherte zahlen auch darauf Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – zusätzlich zur Steuer. Privat Versicherte zahlen ihren Vertragsbeitrag, gleich woher das Geld kommt.
Über viele Jahre kann dieser Unterschied groß werden. Rechnen Sie deshalb mit dem Status, der für Sie gilt – und wenn Sie vor der Rente aufhören, auch mit den Jahren als freiwillig Versicherter.
Inflation: Warum alles in heutigem Geld steht
Bei 2 % Inflation im Jahr kaufen 1.000 € in 20 Jahren nur noch so viel wie heute rund 673 €, in 30 Jahren so viel wie heute rund 552 €. Ein Ruhestand dauert oft 25 Jahre und länger; über diese Zeit verändert die Inflation das Ergebnis erheblich.
Der Rechner erhöht Ihre Ausgaben deshalb jedes Jahr um die angenommene Inflation und rechnet alle Ergebnisse auf heutiges Geld zurück. Ein fester Betrag ohne Inflationsausgleich sieht in Euro gleich aus, kauft aber Jahr für Jahr weniger.
Schlechter Start: Einbruch in den ersten Jahren und Reserve
Für eine Entnahme zählt nicht nur, wie sich das Depot im Durchschnitt entwickelt, sondern auch, in welcher Reihenfolge gute und schlechte Jahre kommen. Fällt der Wert gleich zu Beginn, müssen Sie für dieselbe Entnahme mehr Anteile verkaufen – zu niedrigen Kursen. Diese Anteile fehlen, wenn sich die Kurse erholen. Derselbe Einbruch zehn Jahre später schadet weniger, weil dann weniger Kapital im Spiel ist und weniger Jahre zu finanzieren sind.
Der Stresstest bildet das ab: Voreingestellt fällt das Depot im ersten Jahr um 30 %. Sie können den Rückgang auf bis zu fünf Jahre strecken, etwa für eine längere Schwächephase. Danach erholt sich das Depot in den eingestellten Erholungsjahren auf den Pfad Ihrer niedrigen Annahme – der Schaden entsteht nur, weil im Tief entnommen wurde.
Die Liquiditätsreserve setzt hier an: Sie halten einige Jahresentnahmen getrennt vom Depot und entnehmen daraus, solange das Depot unter seinem Höchststand liegt, statt im Tief zu verkaufen. Der Preis: Geld in der Reserve wächst im Modell nicht. Mit Reserve fällt das Ergebnis in guten Fällen daher etwas schlechter aus. Im Stresstest übersteht das Depot den Einbruch besser – ob das Geld am Ende länger reicht, hängt davon ab, wie viel Ertrag die Reserve in den übrigen Jahren kostet. Vergleichen Sie zum Beispiel 0, 2 und 4 Jahre Reserve.
Entnahmeregeln im Vergleich
Ein Entnahmeplan – oft auch Auszahlplan genannt – ist hier eine Regel, die Sie selbst festlegen, kein Produkt. Keine der folgenden Regeln ist für alle richtig. Sie unterscheiden sich darin, was nachgibt: der Betrag, die Dauer oder das, was am Ende übrig bleibt. Alle sechs lassen sich im Rechner direkt oder näherungsweise nachstellen.
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen
Reicht das Geld in den schlechten Fällen nicht, gibt es vier Stellschrauben: weniger entnehmen, später beginnen, die Ausgaben anders planen oder eine größere Reserve halten. Ändern Sie jeweils nur eine Eingabe – dann sehen Sie, was sie bewirkt.
Rechnen Sie einmal im Jahr neu, mit dem aktuellen Depotwert und Ihren tatsächlichen Ausgaben. Liegt das Depot dann nahe der Linie des Stresstests, ist der Plan knapper als gedacht, und Sie können früh und in kleinen Schritten nachsteuern.
Denken Sie auch an später: Wer soll das Depot verwalten, wenn Sie es selbst nicht mehr können? Eine schriftlich festgehaltene Regel – wie viel jedes Jahr entnommen und wann neu gerechnet wird – hilft Angehörigen. Welche Vollmacht dafür nötig ist, klären Sie mit Ihrem Depotanbieter oder einem Notar.
Stand der Zahlen
Stand der Parameter: 01.11.2026.
Dieser Rechner ist kein Angebot der gesetzlichen Rentenversicherung, einer Bank oder einer Versicherung und empfiehlt kein Produkt. Formeln, Quellen und alle Vereinfachungen: wie der Rechner rechnet und woher die Werte stammen.
Strategien der Entnahme im Vergleich
4-%-Regel
Im ersten Jahr entnehmen Sie 4 % des Startkapitals, danach jedes Jahr denselben Betrag plus Inflation – unabhängig davon, wie die Börse läuft. Bei 250.000 € sind das im ersten Jahr 10.000 €, rund 833 € im Monat. Im Rechner: Regel „Fester Betrag“ mit Inflationsausgleich.
Passt eher, wenn: Sie wollen einen planbaren Betrag, Ihr Planungszeitraum liegt bei etwa 30 Jahren, und Sie können notfalls auch einmal weniger entnehmen.
Passt schlecht, wenn: Die Regel stammt aus US-Untersuchungen der 1990er-Jahre mit Marktdaten der Vergangenheit, für 30 Jahre, ohne deutsche Steuern und Beiträge und ohne Kosten. Für einen früheren Ausstieg mit längerer Laufzeit, ein anders aufgeteiltes Depot oder einen sehr schlechten Start sagt sie wenig. Sie ist eine Faustregel, kein Versprechen.
Fester Prozentsatz vom Depot
Jedes Jahr entnehmen Sie denselben Prozentsatz des aktuellen Depotwerts. Steigt das Depot, steigt die Entnahme; fällt es, sinkt sie. Im Rechner: Regel „Prozent vom Depot“.
Passt eher, wenn: Rente und sonstige Einkünfte decken Ihren Grundbedarf, und das Kapital finanziert vor allem Wünsche, auf die Sie in schwachen Jahren verzichten können.
Passt schlecht, wenn: Feste Kosten hängen an der Entnahme – nach einem Einbruch kann der Betrag deutlich fallen. Weil immer nur ein Teil entnommen wird, bleibt am Ende Kapital übrig, auch wenn Sie es lieber ausgegeben hätten.
Leitplanken (Guardrails)
Sie starten mit einem festen Betrag und legen vorab eine obere und eine untere Grenze fest. Steigt die Entnahme im Verhältnis zum Depot über die obere Grenze – etwa nach Verlusten –, kürzen Sie um einen vorab festgelegten Teil; fällt sie unter die untere, erhöhen Sie. Im Rechner nicht automatisch: Rechnen Sie den Stresstest einmal mit dem vollen und einmal mit dem gekürzten Betrag.
Passt eher, wenn: Sie können Ihre Ausgaben spürbar anpassen und wollen in guten Jahren mehr ausgeben, als eine starre Regel erlaubt.
Passt schlecht, wenn: Ihre Ausgaben lassen sich kaum kürzen, oder Sie würden die Kürzung im Ernstfall nicht durchhalten. Grenzen und Kürzungsschritte müssen vorher feststehen – im Tief neu zu entscheiden fällt schwer.
Töpfe- oder Eimer-Modell
Das Kapital wird nach Zeit aufgeteilt: ein Topf für die nächsten Jahre, der kaum schwankt, ein mittlerer und ein langfristiger, der schwanken darf. Entnommen wird aus dem ersten Topf, nachgefüllt aus den anderen, wenn die Kurse es zulassen. Im Rechner: näherungsweise mit der Liquiditätsreserve in Jahren.
Passt eher, wenn: Sie wollen in einem Börsentief nicht verkaufen müssen und schätzen klare Fächer für Ihr Geld.
Passt schlecht, wenn: Der ruhige Topf bringt wenig Ertrag – je größer er ist, desto mehr Wachstum geben Sie auf. Ohne feste Regel, wann nachgefüllt wird, wird das Modell zur Bauchentscheidung.
Nur Dividenden oder Erträge
Sie entnehmen nur Ausschüttungen oder die Wertentwicklung des Jahres und verkaufen sonst nichts. Im Rechner: Regel „Nur Erträge entnehmen“.
Passt eher, wenn: Rente und sonstige Einkünfte decken Ihre Ausgaben weitgehend, und Sie möchten möglichst viel Kapital an Partner oder Erben weitergeben.
Passt schlecht, wenn: Sie gehen davon aus, dass das Kapital so unangetastet bleibt: Eine Ausschüttung senkt den Kurs der Aktie oder des Fonds um ungefähr denselben Betrag, Unternehmen kürzen Dividenden in Krisen, jede Ausschüttung wird versteuert, und die Inflation mindert den Wert trotzdem. Soll das Kapital die Lücke zur Rente schließen, reichen die Erträge allein oft nicht.
Kapitalverzehr bis zu einem Zielalter
Sie planen das Kapital so, dass es zu einem gewählten Alter aufgebraucht ist, etwa mit 90 oder 95. Der Rechner sucht dafür den gleichbleibenden Betrag in heutigem Geld. Im Rechner: Regel „Kapitalverzehr bis Alter“.
Passt eher, wenn: Sie wollen Ihr Kapital zu Lebzeiten nutzen, und die Rente allein genügt Ihnen, falls Sie älter werden als geplant.
Passt schlecht, wenn: Sie leben länger als geplant und haben dann nur noch die Rente. Für Pflege im hohen Alter oder für Erben bleibt nichts, und der Betrag gilt nur, solange Ihre Annahmen eintreffen – nach schlechten Jahren muss er sinken.
Annahmen und Grenzen
- Die Wertentwicklung ist Ihre Annahme und gilt im jeweiligen Fall für jedes Jahr gleich. In Wirklichkeit schwankt sie, auch ins Minus; der Stresstest zeigt einen möglichen schlechten Verlauf, keine Wahrscheinlichkeit.
- Kosten für Depot und Fonds sind nicht eigens eingerechnet. Ziehen Sie sie von Ihrer Annahme zur Wertentwicklung ab.
- Inflation und Rentenerhöhung sind feste Annahmen; Ihre persönliche Teuerung kann davon abweichen. Sonstige Einkünfte bleiben in Euro gleich.
- Die Ausgaben bleiben in heutigem Geld gleich. Dass viele im hohen Alter weniger reisen, Pflege aber teuer werden kann, ist nicht eingerechnet – wer vorsorgen will, setzt höhere Ausgaben an oder plant einen Teil des Kapitals nicht ein.
- Den Anteil noch unversteuerter Gewinne geben Sie selbst an; voreingestellt sind 0 %. Der Rechner verteilt ihn gleichmäßig auf alle Entnahmen. Steuerlich gelten aber die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft – bei einem alten Depot kann die Steuer in den ersten Jahren deshalb höher sein, als hier steht.
- Nicht abgebildet sind unter anderem Vorabpauschale, ausländische Quellensteuer, Günstigerprüfung und die Besteuerung von Rente, Betriebsrente oder Versicherungsleistungen. Ihre Rente geben Sie bereits netto ein.
- Der gewählte Status in der Kranken- und Pflegeversicherung gilt für die ganze Zeit. Bei freiwilliger Versicherung setzt die Krankenkasse die Beiträge nach Ihrem Steuerbescheid fest; der Rechner nähert das an und rechnet keinen Mindestbeitrag ein.
- Die Liquiditätsreserve bringt im Modell keine Zinsen und schwankt nicht. Bringt sie in Wirklichkeit etwas Ertrag, fällt das Ergebnis mit Reserve etwas besser aus.
- Dass beim Tod eines Partners eine Rente wegfällt oder sinkt, ist nicht eingerechnet, Erbschaftsteuer ebenfalls nicht.
- Das Alter, bis zu dem Sie planen, ist ein Rahmen, keine Lebenserwartung.
- Die Werte für Steuer und Beiträge entsprechen dem Stand der Parameter: 01.11.2026.
- Verkäufe unter dem Einstandswert ergeben Verluste; der Rechner verrechnet sie vereinfacht mit Gewinnen späterer Jahre (Verlustvortrag).
- Mehr dazu: Annahmen zu Rendite, Inflation und Steuer im Detail.
Formeln, Parameter und Quellen: Methodik und Quellen.
Häufige Fragen
Wie lange reichen 250.000 € im Ruhestand?
Das hängt vor allem davon ab, wie viel Sie im Monat entnehmen müssen – also von der Lücke zwischen Ausgaben und Rente –, außerdem von Wertentwicklung, Inflation, Steuer und Krankenversicherung. Ein Beispiel mit bewusst einfachen Annahmen: Das Kapital wächst nicht (0 %) und enthält keine unversteuerten Gewinne (Gewinnanteil 0 %), Steuer fällt also nicht an. Dann reichen 250.000 € bei 1.000 € im Monat knapp 21 Jahre, bei 1.500 € knapp 14 Jahre und bei 2.000 € gut 10 Jahre. Steigt der Betrag jedes Jahr um 2 % Inflation, sind es rund 17½, gut 12 und gut 9½ Jahre. Mit Wertverlusten wird es kürzer, mit Wertzuwachs länger. Rechnen Sie es mit Ihren Zahlen und zwei eigenen Annahmen durch.
Wie viel kann ich monatlich entnehmen, damit das Geld bis 95 reicht?
Die einfachste Rechnung, ohne Wertentwicklung: Kapital geteilt durch die Monate bis zum Zielalter. 250.000 € von 65 bis 95 sind 360 Monate, also rund 694 € im Monat. Soll der Betrag jedes Jahr um 2 % Inflation steigen, sind es rund 514 € im ersten Jahr – in heutigem Geld bleibt das gleich. Bis 85 wären es rund 1.042 € beziehungsweise 857 €. Wertzuwachs würde den Betrag erhöhen, Verluste würden ihn senken; welche Werte Sie annehmen, entscheiden Sie. Die Regel „Kapitalverzehr bis Alter“ im Rechner bezieht Steuer, Krankenversicherung und Ihre Annahmen mit ein.
Kann ich nur von Dividenden leben, ohne das Kapital anzugreifen?
Ganz unangetastet bleibt das Kapital auch so nicht. Eine Ausschüttung ist kein Geld zusätzlich zum Kapital: Am Tag der Ausschüttung sinkt der Kurs ungefähr um diesen Betrag. Dividenden werden versteuert, Unternehmen kürzen sie in Krisen, und die Inflation zehrt am Wert, auch wenn der Euro-Betrag gleich bleibt. Ob Sie eine Ausschüttung erhalten oder dieselbe Summe durch den Verkauf von Anteilen entnehmen, ist für Ihr Vermögen vor Steuer rechnerisch ähnlich. Die Regel „Nur Erträge entnehmen“ zeigt, wie sich das Kapital dabei in heutigem Geld entwickelt.
Muss ich auf Entnahmen aus dem Depot Steuer und Krankenkassenbeiträge zahlen?
Steuer fällt nur auf den Ertragsanteil an, nicht auf Ihr eingezahltes Geld, und erst nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung hängen von Ihrem Status ab: Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge keine, freiwillig gesetzlich Versicherte schon; privat Versicherte zahlen ihren Vertragsbeitrag unabhängig davon. Der Rechner rechnet beides mit dem Stand der Parameter 01.11.2026. Ihre persönliche Lage kann abweichen – lassen Sie Ihren Fall von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein prüfen.
Was passiert, wenn die Börse kurz nach Rentenbeginn einbricht?
Dann trifft es den Plan härter als derselbe Einbruch zehn Jahre später: Für dieselbe Entnahme verkaufen Sie mehr Anteile zu niedrigen Kursen, und diese Anteile fehlen in der Erholung. Der Stresstest zeigt, wie lange das Geld bei einem Rückgang von 30 % im ersten Jahr oder einem anderen Wert noch reicht. Eine Liquiditätsreserve, eine niedrigere Entnahme in den ersten Jahren oder Leitplanken können die Folgen mildern – im Rechner sehen Sie, wie stark.
Kann ich vor der Rente aufhören und von meinem Kapital leben?
Rechnerisch ja, wenn das Kapital die Brücke trägt: Bis zum Rentenbeginn kommen alle Ausgaben aus dem Kapital, danach nur noch die Lücke. Zwei Punkte werden oft vergessen. Erstens die Krankenversicherung: Bis zur Rente sind Sie meist freiwillig versichert und zahlen Beiträge auch auf Kapitalerträge, mindestens aber einen Mindestbeitrag. Zweitens die Rente selbst: Die Renteninformation geht davon aus, dass Sie bis zur Regelaltersgrenze weiter Beiträge zahlen. Hören Sie früher auf, fällt die Rente niedriger aus – und bei vorzeitigem Bezug kommen dauerhafte Abschläge hinzu. Den Betrag für Ihren Fall nennt Ihnen Ihre Rentenversicherung. Im Rechner tragen Sie das spätere Rentenalter ein und wählen „Freiwillig gesetzlich versichert“.