Entnahmeplan-Rechner: Wie lange reicht mein Kapital neben der Rente?

Tragen Sie Ihr Kapital, Ihre Rente und Ihre Ausgaben ein. Der Rechner zeigt, bis zu welchem Alter das Geld reicht und wie viel Sie im Monat entnehmen – in heutigem Geld, nach Steuer und Krankenversicherung. Er rechnet vier Fälle nebeneinander: ohne Wertentwicklung, mit Ihrer niedrigen und Ihrer hohen Annahme und mit einem Einbruch gleich zu Beginn.

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Zum Ergebnis ↓
Kapital und Alter
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Erläuterung
Alles, was Sie für die laufenden Ausgaben im Ruhestand einplanen: Depot und Konten, auch eine ausgezahlte Lebensversicherung oder Abfindung – jeweils nach Steuer. Geld, das für Notfälle oder eine größere Anschaffung zurückgelegt ist, zählen Sie nicht mit.
Jahre
Erläuterung
Ab diesem Alter nehmen Sie Geld aus dem Kapital. Liegt es vor Ihrem Rentenbeginn, kommt in den Jahren dazwischen alles aus dem Kapital.
Jahre
Erläuterung
Voreingestellt: 95. Das ist keine Vorhersage Ihres Lebensalters, sondern ein vorsichtiger Rahmen: Wer mit der durchschnittlichen Lebenserwartung plant, plant so, dass etwa jeder Zweite länger lebt, als das Geld reicht. Bei Paaren zählt, wer von beiden länger lebt.
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Erläuterung
Welcher Teil Ihres Kapitals aus Kursgewinnen besteht, die noch nicht versteuert sind – bezogen auf das ganze Kapital, Konten eingeschlossen. Voreingestellt: 0 %, passend etwa, wenn das Kapital gerade als Versicherungsleistung oder Abfindung ausgezahlt wurde. Bei einem Depot, das schon lange besteht, ist der Anteil höher; dann fällt bei jeder Entnahme mehr Steuer an. Aus dem Depotauszug: (Depotwert − Einstandswert) ÷ Depotwert.
Rente und Einkünfte
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Erläuterung
Tragen Sie den heutigen Wert ein, zum Beispiel aus Ihrer Renteninformation – aber schon netto: Dort steht die Rente brutto, davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab und, je nach Ihren übrigen Einkünften, Einkommensteuer. Künftige Erhöhungen setzen Sie im Feld „Rentenerhöhung“ an. Im Zweifel etwas niedriger ansetzen. Paare, die gemeinsam planen, tragen beide Renten zusammen ein.
Jahre
Erläuterung
Ab wann die gesetzliche Rente fließt. Liegt dieses Alter nach dem Beginn der Entnahme, zeigt das Ergebnis die Brücke bis zur Rente eigens – sie ist oft der teuerste Teil des Plans. Eine vorgezogene Rente fällt dauerhaft niedriger aus; tragen Sie dann den niedrigeren Betrag ein.
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Erläuterung
Gilt ab heute, also auch für die Jahre bis zum Rentenbeginn. Wie stark die Rente steigt, wird jedes Jahr neu festgelegt und ist nicht vorhersehbar. Bei 0 bleibt die Rente in Euro gleich und verliert jedes Jahr um die Inflation an Kaufkraft.
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Erläuterung
Zum Beispiel Betriebsrente, private Rente, Mieteinnahmen oder ein Hinzuverdienst – nach Steuer und Beiträgen. Was nur wenige Jahre fließt, verzerrt die Rechnung, wenn es für die ganze Zeit eingetragen wird.
Entnahme

Wie Sie Geld aus dem Kapital nehmen. Die Regeln unterscheiden sich darin, ob der Betrag gleich bleibt, mit dem Depot schwankt oder auf ein Zielalter ausgerichtet ist. Eine Gegenüberstellung finden Sie weiter unten.

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Erläuterung
Was Sie im Ruhestand brauchen, in heutigen Preisen – einschließlich seltener Posten wie Auto, Reparaturen, Reisen oder Geschenke, umgerechnet auf den Monat. Der Rechner erhöht den Betrag jedes Jahr um die angenommene Inflation. Privat Versicherte tragen hier auch ihren Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung ein.
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Erläuterung
Für die Regel „Fester Betrag“, in heutigem Geld.
Erläuterung
Aus: Der Betrag bleibt in Euro gleich und kauft jedes Jahr etwas weniger. An: Er steigt jedes Jahr um die angenommene Inflation, die Kaufkraft bleibt gleich, dafür wird das Kapital schneller aufgebraucht.
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Erläuterung
Für die Regel „Prozent vom Depot“. Der Satz gilt jedes Jahr für den aktuellen Depotwert.
Jahre
Erläuterung
Für die Regel „Kapitalverzehr bis Alter“. Danach bleiben nur Rente und sonstige Einkünfte.
Annahmen
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Erläuterung
Ihre eigene, vorsichtige Annahme – nach Kosten für Depot und Fonds, vor Steuer. Auch 0 oder ein negativer Wert ist möglich. Ohne Eintrag zeigt der Rechner nur den Fall ohne Wertentwicklung.
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Erläuterung
Ihre eigene, günstigere Annahme, ebenfalls nach Kosten und vor Steuer. Welcher Wert eintritt, kann niemand wissen; der Abstand zwischen beiden Fällen zeigt, wie stark Ihr Plan an der Börse hängt.
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Erläuterung
Voreingestellt: 2 % – das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Ein Ziel, keine Vorhersage: Ihre persönliche Teuerung kann höher liegen, etwa durch Pflege, Energie oder Miete.
Stresstest und Reserve
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Erläuterung
Voreingestellt: −30 % im ersten Jahr. Sie können 0 eintragen oder den Rückgang auf bis zu fünf Jahre verteilen. Keine Vorhersage, sondern eine Probe: Hält Ihr Plan, wenn die Börse gleich am Anfang fällt?
Jahre
Erläuterung
1 bis 5 Jahre. Der Rückgang wird gleichmäßig auf diese Jahre verteilt; danach erholt sich das Depot über die eingestellten Erholungsjahre und läuft dann mit Ihrer niedrigen Annahme weiter, ohne Annahme mit 0 %.
Jahre
Erläuterung
Voreingestellt: 3 Jahre. In dieser Zeit steigt das Depot wieder auf den Stand, den es mit Ihrer niedrigen Annahme ohne Einbruch hätte – die Kurse holen auf. Was Sie im Tief entnommen haben, holt die Erholung nicht zurück: Genau das zeigt der Stresstest. 0 heißt: keine Erholung, danach nur Ihre niedrige Annahme.
Jahre
Erläuterung
Wie viele Jahresentnahmen Sie getrennt vom Depot bereithalten. Solange das Depot unter seinem bisherigen Höchststand liegt – im Einbruch und in der Erholung –, nimmt der Rechner die Entnahme aus der Reserve, damit im Tief nichts verkauft werden muss. Aufgefüllt wird sie erst, wenn das Depot seinen Höchststand wieder erreicht hat. Die Reserve schwankt im Modell nicht und bringt keinen Ertrag. Voreingestellt: 0.
Steuern und Krankenversicherung
Erläuterung
Abgeltungsteuer 25 % und Solidaritätszuschlag 5,5 % darauf – nur auf den Teil einer Entnahme, der Ertrag ist, nicht auf das Geld, das Sie selbst eingezahlt haben. Der Sparer-Pauschbetrag wird jedes Jahr abgezogen.
Erläuterung
Dann gilt der gemeinsame Sparer-Pauschbetrag von 2.000 € statt 1.000 € im Jahr.
Erläuterung
Bei Fonds, die nach ihren Anlagebedingungen überwiegend in Aktien anlegen, bleiben 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Für Einzelaktien gilt das nicht; für Mischfonds gilt ein geringerer Satz, den der Rechner nicht abbildet.
Kirchensteuer
Krankenversicherung

Davon hängt ab, ob auf Erträge aus Ihrem Kapital Beiträge fällig werden. Ihren Status nennt Ihnen Ihre Krankenkasse. Der Rechner wendet ihn auf die ganze Zeit an – wer vor der Rente aufhört, ist bis zum Rentenbeginn meist freiwillig versichert; rechnen Sie dann auch diesen Fall.

Erläuterung
Nur bei freiwilliger Versicherung: Kinderlose zahlen auf Kapitalerträge einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten zur Pflegeversicherung.

So lesen Sie das Ergebnis

Der Rechner gibt keine einzelne Zahl aus, sondern vier Fälle nebeneinander. Die Spanne zwischen ihnen ist die eigentliche Antwort: Sie zeigt, wie stark Ihr Plan davon abhängt, wie sich die Börse entwickelt.

Ohne Wertentwicklung zeigt, wie lange das Geld reicht, wenn es weder wächst noch schrumpft – keine Untergrenze, denn Verluste sind möglich. Niedrige und hohe Annahme sind Ihre eigenen Werte, jedes Jahr gleich. Der Stresstest prüft, was ein Einbruch gleich zu Beginn anrichtet.

Rente und Kapital zusammen: Es zählt die Lücke

Aus dem Kapital muss nur kommen, was Rente und sonstige Einkünfte nicht decken. Wer 2.500 € im Monat braucht und 1.700 € Rente netto bekommt, entnimmt 800 € – nicht 2.500 €. Deshalb gehört die Rente in jede Entnahmerechnung.

Teuer wird die Zeit vor der Rente. Wer mit 63 aufhört und die Rente erst mit 67 bekommt, braucht vier Jahre lang die vollen Ausgaben aus dem Kapital: bei 2.500 € im Monat 120.000 €, ohne Wertentwicklung und ohne Inflation gerechnet fast die Hälfte von 250.000 €. Danach muss das Kapital nur noch die Lücke füllen. Das Ergebnis weist diese Brücke deshalb getrennt aus.

Steigt die Rente langsamer als die Preise, wächst die Lücke von Jahr zu Jahr – und mit ihr die Entnahme. Mit der Annahme zur Rentenerhöhung sehen Sie, wie stark das ins Gewicht fällt.

Steuer und Krankenkasse: Was von einer Entnahme abgeht

Steuer fällt nur auf den Ertrag an, nicht auf das Geld, das Sie selbst eingezahlt haben: Wer Anteile zu genau dem Preis verkauft, zu dem er sie gekauft hat, zahlt keine Steuer. Bei einem Depot, das schon lange besteht, steckt ein Teil Gewinn bereits darin – deshalb fragt der Rechner nach dem Anteil noch unversteuerter Gewinne. Je mehr das Depot während der Entnahme wächst, desto größer wird dieser Anteil. Vom Ertrag gehen zuerst die Teilfreistellung bei Aktienfonds und der Sparer-Pauschbetrag ab; auf den Rest kommen Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Bei der Krankenkasse entscheidet Ihr Status. Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge nichts. Freiwillig Versicherte zahlen auch darauf Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – zusätzlich zur Steuer. Privat Versicherte zahlen ihren Vertragsbeitrag, gleich woher das Geld kommt.

Über viele Jahre kann dieser Unterschied groß werden. Rechnen Sie deshalb mit dem Status, der für Sie gilt – und wenn Sie vor der Rente aufhören, auch mit den Jahren als freiwillig Versicherter.

Inflation: Warum alles in heutigem Geld steht

Bei 2 % Inflation im Jahr kaufen 1.000 € in 20 Jahren nur noch so viel wie heute rund 673 €, in 30 Jahren so viel wie heute rund 552 €. Ein Ruhestand dauert oft 25 Jahre und länger; über diese Zeit verändert die Inflation das Ergebnis erheblich.

Der Rechner erhöht Ihre Ausgaben deshalb jedes Jahr um die angenommene Inflation und rechnet alle Ergebnisse auf heutiges Geld zurück. Ein fester Betrag ohne Inflationsausgleich sieht in Euro gleich aus, kauft aber Jahr für Jahr weniger.

Schlechter Start: Einbruch in den ersten Jahren und Reserve

Für eine Entnahme zählt nicht nur, wie sich das Depot im Durchschnitt entwickelt, sondern auch, in welcher Reihenfolge gute und schlechte Jahre kommen. Fällt der Wert gleich zu Beginn, müssen Sie für dieselbe Entnahme mehr Anteile verkaufen – zu niedrigen Kursen. Diese Anteile fehlen, wenn sich die Kurse erholen. Derselbe Einbruch zehn Jahre später schadet weniger, weil dann weniger Kapital im Spiel ist und weniger Jahre zu finanzieren sind.

Der Stresstest bildet das ab: Voreingestellt fällt das Depot im ersten Jahr um 30 %. Sie können den Rückgang auf bis zu fünf Jahre strecken, etwa für eine längere Schwächephase. Danach erholt sich das Depot in den eingestellten Erholungsjahren auf den Pfad Ihrer niedrigen Annahme – der Schaden entsteht nur, weil im Tief entnommen wurde.

Die Liquiditätsreserve setzt hier an: Sie halten einige Jahresentnahmen getrennt vom Depot und entnehmen daraus, solange das Depot unter seinem Höchststand liegt, statt im Tief zu verkaufen. Der Preis: Geld in der Reserve wächst im Modell nicht. Mit Reserve fällt das Ergebnis in guten Fällen daher etwas schlechter aus. Im Stresstest übersteht das Depot den Einbruch besser – ob das Geld am Ende länger reicht, hängt davon ab, wie viel Ertrag die Reserve in den übrigen Jahren kostet. Vergleichen Sie zum Beispiel 0, 2 und 4 Jahre Reserve.

Entnahmeregeln im Vergleich

Ein Entnahmeplan – oft auch Auszahlplan genannt – ist hier eine Regel, die Sie selbst festlegen, kein Produkt. Keine der folgenden Regeln ist für alle richtig. Sie unterscheiden sich darin, was nachgibt: der Betrag, die Dauer oder das, was am Ende übrig bleibt. Alle sechs lassen sich im Rechner direkt oder näherungsweise nachstellen.

Was Sie mit dem Ergebnis anfangen

Reicht das Geld in den schlechten Fällen nicht, gibt es vier Stellschrauben: weniger entnehmen, später beginnen, die Ausgaben anders planen oder eine größere Reserve halten. Ändern Sie jeweils nur eine Eingabe – dann sehen Sie, was sie bewirkt.

Rechnen Sie einmal im Jahr neu, mit dem aktuellen Depotwert und Ihren tatsächlichen Ausgaben. Liegt das Depot dann nahe der Linie des Stresstests, ist der Plan knapper als gedacht, und Sie können früh und in kleinen Schritten nachsteuern.

Denken Sie auch an später: Wer soll das Depot verwalten, wenn Sie es selbst nicht mehr können? Eine schriftlich festgehaltene Regel – wie viel jedes Jahr entnommen und wann neu gerechnet wird – hilft Angehörigen. Welche Vollmacht dafür nötig ist, klären Sie mit Ihrem Depotanbieter oder einem Notar.

Stand der Zahlen

Stand der Parameter: 01.11.2026.

Dieser Rechner ist kein Angebot der gesetzlichen Rentenversicherung, einer Bank oder einer Versicherung und empfiehlt kein Produkt. Formeln, Quellen und alle Vereinfachungen: wie der Rechner rechnet und woher die Werte stammen.

Strategien der Entnahme im Vergleich

4-%-Regel

Im ersten Jahr entnehmen Sie 4 % des Startkapitals, danach jedes Jahr denselben Betrag plus Inflation – unabhängig davon, wie die Börse läuft. Bei 250.000 € sind das im ersten Jahr 10.000 €, rund 833 € im Monat. Im Rechner: Regel „Fester Betrag“ mit Inflationsausgleich.

Passt eher, wenn: Sie wollen einen planbaren Betrag, Ihr Planungszeitraum liegt bei etwa 30 Jahren, und Sie können notfalls auch einmal weniger entnehmen.

Passt schlecht, wenn: Die Regel stammt aus US-Untersuchungen der 1990er-Jahre mit Marktdaten der Vergangenheit, für 30 Jahre, ohne deutsche Steuern und Beiträge und ohne Kosten. Für einen früheren Ausstieg mit längerer Laufzeit, ein anders aufgeteiltes Depot oder einen sehr schlechten Start sagt sie wenig. Sie ist eine Faustregel, kein Versprechen.

Fester Prozentsatz vom Depot

Jedes Jahr entnehmen Sie denselben Prozentsatz des aktuellen Depotwerts. Steigt das Depot, steigt die Entnahme; fällt es, sinkt sie. Im Rechner: Regel „Prozent vom Depot“.

Passt eher, wenn: Rente und sonstige Einkünfte decken Ihren Grundbedarf, und das Kapital finanziert vor allem Wünsche, auf die Sie in schwachen Jahren verzichten können.

Passt schlecht, wenn: Feste Kosten hängen an der Entnahme – nach einem Einbruch kann der Betrag deutlich fallen. Weil immer nur ein Teil entnommen wird, bleibt am Ende Kapital übrig, auch wenn Sie es lieber ausgegeben hätten.

Leitplanken (Guardrails)

Sie starten mit einem festen Betrag und legen vorab eine obere und eine untere Grenze fest. Steigt die Entnahme im Verhältnis zum Depot über die obere Grenze – etwa nach Verlusten –, kürzen Sie um einen vorab festgelegten Teil; fällt sie unter die untere, erhöhen Sie. Im Rechner nicht automatisch: Rechnen Sie den Stresstest einmal mit dem vollen und einmal mit dem gekürzten Betrag.

Passt eher, wenn: Sie können Ihre Ausgaben spürbar anpassen und wollen in guten Jahren mehr ausgeben, als eine starre Regel erlaubt.

Passt schlecht, wenn: Ihre Ausgaben lassen sich kaum kürzen, oder Sie würden die Kürzung im Ernstfall nicht durchhalten. Grenzen und Kürzungsschritte müssen vorher feststehen – im Tief neu zu entscheiden fällt schwer.

Töpfe- oder Eimer-Modell

Das Kapital wird nach Zeit aufgeteilt: ein Topf für die nächsten Jahre, der kaum schwankt, ein mittlerer und ein langfristiger, der schwanken darf. Entnommen wird aus dem ersten Topf, nachgefüllt aus den anderen, wenn die Kurse es zulassen. Im Rechner: näherungsweise mit der Liquiditätsreserve in Jahren.

Passt eher, wenn: Sie wollen in einem Börsentief nicht verkaufen müssen und schätzen klare Fächer für Ihr Geld.

Passt schlecht, wenn: Der ruhige Topf bringt wenig Ertrag – je größer er ist, desto mehr Wachstum geben Sie auf. Ohne feste Regel, wann nachgefüllt wird, wird das Modell zur Bauchentscheidung.

Nur Dividenden oder Erträge

Sie entnehmen nur Ausschüttungen oder die Wertentwicklung des Jahres und verkaufen sonst nichts. Im Rechner: Regel „Nur Erträge entnehmen“.

Passt eher, wenn: Rente und sonstige Einkünfte decken Ihre Ausgaben weitgehend, und Sie möchten möglichst viel Kapital an Partner oder Erben weitergeben.

Passt schlecht, wenn: Sie gehen davon aus, dass das Kapital so unangetastet bleibt: Eine Ausschüttung senkt den Kurs der Aktie oder des Fonds um ungefähr denselben Betrag, Unternehmen kürzen Dividenden in Krisen, jede Ausschüttung wird versteuert, und die Inflation mindert den Wert trotzdem. Soll das Kapital die Lücke zur Rente schließen, reichen die Erträge allein oft nicht.

Kapitalverzehr bis zu einem Zielalter

Sie planen das Kapital so, dass es zu einem gewählten Alter aufgebraucht ist, etwa mit 90 oder 95. Der Rechner sucht dafür den gleichbleibenden Betrag in heutigem Geld. Im Rechner: Regel „Kapitalverzehr bis Alter“.

Passt eher, wenn: Sie wollen Ihr Kapital zu Lebzeiten nutzen, und die Rente allein genügt Ihnen, falls Sie älter werden als geplant.

Passt schlecht, wenn: Sie leben länger als geplant und haben dann nur noch die Rente. Für Pflege im hohen Alter oder für Erben bleibt nichts, und der Betrag gilt nur, solange Ihre Annahmen eintreffen – nach schlechten Jahren muss er sinken.

Annahmen und Grenzen

Formeln, Parameter und Quellen: Methodik und Quellen.

Die Steuer rechnet der Rechner vereinfacht und für alle gleich: Abgeltungsteuer 25 %, Solidaritätszuschlag 5,5 % darauf, Kirchensteuer nach Ihrer Wahl, Sparer-Pauschbetrag 1.000 € oder zusammen 2.000 €, Teilfreistellung 30 % bei Aktienfonds. Stand der Parameter: 01.11.2026. Ältere Bestände, Verluste, Erträge aus dem Ausland, eine Betriebsrente oder eine ausgezahlte Lebensversicherung können anders zu behandeln sein. Das ist eine allgemeine Rechnung, keine Steuerberatung: Lassen Sie Ihren Fall von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein prüfen.
Vorsicht vor Betrug. Misstrauen ist angebracht, wenn Ihnen jemand hohe, feste Zahlungen aus Ihrem Kapital verspricht, zur schnellen Entscheidung drängt („nur heute“, „nur für ausgewählte Kunden“), Sie über soziale Netzwerke, Kommentare oder Messenger anspricht oder verlangt, Geld an eine Privatperson, auf ein unbekanntes Konto oder in Kryptowährungen zu überweisen. Geben Sie niemandem Zugangsdaten oder Fernzugriff auf Ihren Computer. Ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, können Sie in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen; bei Verdacht wenden Sie sich an die Polizei.

Häufige Fragen

Wie lange reichen 250.000 € im Ruhestand?

Das hängt vor allem davon ab, wie viel Sie im Monat entnehmen müssen – also von der Lücke zwischen Ausgaben und Rente –, außerdem von Wertentwicklung, Inflation, Steuer und Krankenversicherung. Ein Beispiel mit bewusst einfachen Annahmen: Das Kapital wächst nicht (0 %) und enthält keine unversteuerten Gewinne (Gewinnanteil 0 %), Steuer fällt also nicht an. Dann reichen 250.000 € bei 1.000 € im Monat knapp 21 Jahre, bei 1.500 € knapp 14 Jahre und bei 2.000 € gut 10 Jahre. Steigt der Betrag jedes Jahr um 2 % Inflation, sind es rund 17½, gut 12 und gut 9½ Jahre. Mit Wertverlusten wird es kürzer, mit Wertzuwachs länger. Rechnen Sie es mit Ihren Zahlen und zwei eigenen Annahmen durch.

Wie viel kann ich monatlich entnehmen, damit das Geld bis 95 reicht?

Die einfachste Rechnung, ohne Wertentwicklung: Kapital geteilt durch die Monate bis zum Zielalter. 250.000 € von 65 bis 95 sind 360 Monate, also rund 694 € im Monat. Soll der Betrag jedes Jahr um 2 % Inflation steigen, sind es rund 514 € im ersten Jahr – in heutigem Geld bleibt das gleich. Bis 85 wären es rund 1.042 € beziehungsweise 857 €. Wertzuwachs würde den Betrag erhöhen, Verluste würden ihn senken; welche Werte Sie annehmen, entscheiden Sie. Die Regel „Kapitalverzehr bis Alter“ im Rechner bezieht Steuer, Krankenversicherung und Ihre Annahmen mit ein.

Kann ich nur von Dividenden leben, ohne das Kapital anzugreifen?

Ganz unangetastet bleibt das Kapital auch so nicht. Eine Ausschüttung ist kein Geld zusätzlich zum Kapital: Am Tag der Ausschüttung sinkt der Kurs ungefähr um diesen Betrag. Dividenden werden versteuert, Unternehmen kürzen sie in Krisen, und die Inflation zehrt am Wert, auch wenn der Euro-Betrag gleich bleibt. Ob Sie eine Ausschüttung erhalten oder dieselbe Summe durch den Verkauf von Anteilen entnehmen, ist für Ihr Vermögen vor Steuer rechnerisch ähnlich. Die Regel „Nur Erträge entnehmen“ zeigt, wie sich das Kapital dabei in heutigem Geld entwickelt.

Muss ich auf Entnahmen aus dem Depot Steuer und Krankenkassenbeiträge zahlen?

Steuer fällt nur auf den Ertragsanteil an, nicht auf Ihr eingezahltes Geld, und erst nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung hängen von Ihrem Status ab: Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge keine, freiwillig gesetzlich Versicherte schon; privat Versicherte zahlen ihren Vertragsbeitrag unabhängig davon. Der Rechner rechnet beides mit dem Stand der Parameter 01.11.2026. Ihre persönliche Lage kann abweichen – lassen Sie Ihren Fall von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein prüfen.

Was passiert, wenn die Börse kurz nach Rentenbeginn einbricht?

Dann trifft es den Plan härter als derselbe Einbruch zehn Jahre später: Für dieselbe Entnahme verkaufen Sie mehr Anteile zu niedrigen Kursen, und diese Anteile fehlen in der Erholung. Der Stresstest zeigt, wie lange das Geld bei einem Rückgang von 30 % im ersten Jahr oder einem anderen Wert noch reicht. Eine Liquiditätsreserve, eine niedrigere Entnahme in den ersten Jahren oder Leitplanken können die Folgen mildern – im Rechner sehen Sie, wie stark.

Kann ich vor der Rente aufhören und von meinem Kapital leben?

Rechnerisch ja, wenn das Kapital die Brücke trägt: Bis zum Rentenbeginn kommen alle Ausgaben aus dem Kapital, danach nur noch die Lücke. Zwei Punkte werden oft vergessen. Erstens die Krankenversicherung: Bis zur Rente sind Sie meist freiwillig versichert und zahlen Beiträge auch auf Kapitalerträge, mindestens aber einen Mindestbeitrag. Zweitens die Rente selbst: Die Renteninformation geht davon aus, dass Sie bis zur Regelaltersgrenze weiter Beiträge zahlen. Hören Sie früher auf, fällt die Rente niedriger aus – und bei vorzeitigem Bezug kommen dauerhafte Abschläge hinzu. Den Betrag für Ihren Fall nennt Ihnen Ihre Rentenversicherung. Im Rechner tragen Sie das spätere Rentenalter ein und wählen „Freiwillig gesetzlich versichert“.